Der Befund
Die Redaktion von watson hat Ende Mai 2026 die Preise aller 191 McDonald’s-Filialen in der Schweiz verglichen und drei Produkte herangezogen. Für den Cheeseburger lag die Spanne bei 2.90 bis 3.40 Franken. Beim Big-Mac-Menü betrug der Unterschied 12,9 Prozent, bei den Chicken Nuggets 16 Prozent — und beim Cheeseburger, dem billigsten der drei Artikel, mit 17 Prozent am meisten.
Das ist der erste bemerkenswerte Punkt: Je günstiger das Produkt, desto grösser der relative Unterschied. Bei einem Artikel für drei Franken schlagen fixe Standortkosten prozentual stärker durch als bei einem Menü für dreizehn. Wer den Preisunterschied einer Kette messen will, misst ihn am kleinsten Artikel am deutlichsten.
Woher der Unterschied kommt
Die Erklärung liegt nicht in der Beschaffung. Die Zutaten sind identisch und kommen aus derselben Kette: Nach Unternehmensangaben stammt das Fleisch von einem Verarbeiter in Oensingen, die Brötchen von einer Bäckerei in Zuchwil, der Salat aus Dänikon bei Zürich. Über 85 Prozent der Zutaten kommen von Schweizer Partnern. Ein Cheeseburger in Genf besteht aus denselben Teilen wie einer in St. Gallen.
Der Unterschied entsteht danach. Die Filialen werden überwiegend von Franchisenehmern betrieben, und die legen ihre Preise selbst fest. Ein Franchisenehmer nennt im Artikel drei Kostentreiber für Raststätten: staatliche Abgaben auf den Umsatz, schwierigere Personalrekrutierung und sehr hohe Mieten.
Die Lage ist der Preis
Die teuerste Filiale der Erhebung liegt an der A4 in Affoltern am Albis — eine Raststätte. Das ist kein Zufall und keine Willkür. Standorte mit erzwungener Kundschaft und hohen Fixkosten sind ein anderes Geschäft als eine Filiale in einem Wohnquartier:
- Miete nach Frequenz. An Bahnhöfen, Flughäfen und Raststätten wird die Fläche nach Passantenzahl bepreist, oft zusätzlich mit einer Umsatzbeteiligung.
- Öffnungszeiten. Wer bis Mitternacht oder rund um die Uhr offen hat, zahlt Zuschläge und braucht mehr Schichten für dieselbe Menge Umsatz.
- Personal. Abgelegene Standorte konkurrieren um Mitarbeitende mit schlechter erreichbaren Arbeitswegen.
Dieselbe Logik lässt sich in unserem Verzeichnis nachvollziehen: Von den erfassten Standorten liegen mehrere in Bahnhöfen, an einem Flughafen, in Einkaufszentren und in Warenhäusern. Ein Betrieb arbeitet sogar in der Küche eines anderen Burgerlokals. Wo ein Lokal steht, prägt seine Kostenstruktur stärker als das, was auf dem Teller liegt.
Was daraus allgemein folgt
Der Vergleich betrifft eine einzelne Kette, aber die Mechanik gilt breiter. Drei Schlüsse, die sich übertragen lassen:
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Der Preis sagt wenig über die Zutaten
Wenn schon innerhalb einer Kette mit identischer Lieferkette 17 Prozent Unterschied entstehen, dann trägt der Preis zwischen zwei verschiedenen Betrieben erst recht keine Aussage über die Qualität des Fleischs. Woran sich Sorgfalt tatsächlich ablesen lässt, steht unter Auswärts essen.
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Standortkosten schlagen bei billigen Artikeln stärker durch
Deshalb ist der Einstiegsburger der ehrlichste Indikator für die Kostenlage eines Betriebs — nicht das teuerste Angebot auf der Karte.
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Vergleichbar ist nur, was identisch ist
Bei Ketten mit einheitlichem Rezept lässt sich der Preis eines Standorts mit dem eines anderen vergleichen. Zwischen unabhängigen Betrieben ist das sinnlos: Dort unterscheiden sich Fleischmenge, Fettanteil, Käsesorte und Bun. Ein Burger mit 150 Gramm Fleisch ist kein teurerer Burger mit 90 Gramm, sondern ein anderes Produkt.
Was wir nicht tun
Diese Seite führt keine eigenen Preise. Sie veralten innerhalb von Wochen, und eine Preisliste, die nicht laufend gepflegt wird, ist schlechter als keine. Preise stehen hier nur als Fundstelle: wer wann was gemessen hat.
Der Vergleich zu Hause
Eine Frage, die sich aus dem Preisvergleich fast aufdrängt: Was kostet derselbe Burger, wenn man ihn selbst macht? Die ehrliche Antwort lautet: Das hängt so stark von Einkauf und Menge ab, dass jede Zahl hier irreführend wäre. Wer 150 Gramm Rindshackfleisch aus der Metzgerei verarbeitet, kauft ein anderes Produkt als eine Kette, die Tonnen im Jahr abnimmt.
Was sich dagegen sagen lässt: Der Selbstgemachte ist der einzige, bei dem Fettanteil, Käsesorte und Garpunkt bekannt sind. Das Grundrezept braucht rund vierzig Minuten für vier Burger und keine Spezialgeräte.
Quellen
- watson.ch, Preisvergleich über 191 Filialen, 30. Mai 2026
- 20 Minuten zur Lieferkette und zum Schweizer Anteil der Zutaten, 7. April 2025
- Standortangaben der Betriebe in unserem Verzeichnis, abgerufen am 31. August 2026.
Die Zahlen stammen aus den genannten Erhebungen; geprüft haben sie die jeweiligen Redaktionen, nicht diese Seite. Die Einordnung ist unsere.
Stand: 31. August 2026